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3 monate in indien
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Über

nachdem meine indienreise letztes jahr nach ahmadabad in letzter sekunde ins wasser fiel, wusste ich genau, dass ich dieses jahr einen neuen anlauf starten und alle fehler vom letzten jahr nicht wiederholen werde. da ich teamleiter fuer das organisieren von management und technical traineeships fuer koelner studenten bin, sass ich direkt an der quelle und konnte mir in ruhe etwas passendes in indien suchen.



warum nun eigentlich ein auslandspraktikum? und warum gerade indien?

von den gedanken des schmueckens der lebenslaufes oder von der argumentation, dass das auslandspraktikum fuer eine eventuelle spaetere karriere unabdingbar ist, halte ich relativ wenig. wenn es so waere, haette ich mir wohl eher ein bein ausgerissen um in new york, London, Tokyo oder Sydney bei einem grossen konzern zu landen.

fuer mich bedeutet dieses praktikum aber mehr. ich wollte eine voellig unterschiedliche kultur kennenlernen und zwar am besten von ganz tief unten. spaeter im job ist es nur begrenzt moeglich, im urlaub meiner meinung nach gar nicht und bis zu meiner zeit in der rente werde ich bestimmt nicht warten… ausserdem ist man jetzt noch jung und flexibler und vielleicht auch anspruchsloser. es ist noch nicht eine gewisse gemuetlichkeit eingetreten und probleme lassen sich jetzt vielleicht einfacher loesen als zu einem spaeteren zeitpunkt.



nicht nur der kulturelle aspekt, auch der gesellschaftliche aspekt hat mich gereizt. es sei sehr schmutzig in indien und es herrsche eine unglaubliche armut. ich will es nun mit eigenen augen sehen… ist es wirklich so schlimm? wie gehen die menschen damit um? wie ist ihr leben aufgebaut, worin besteht der zweck und was erwarten sie vom leben?



beim planen des praktikums war ich gedanklich erst von bangalore begeistert, dem silicon valley indiens. weiter reizten mich grossstaedte wie bombay (mumbai), madras (chennai) und delhi. doch je mehr ich mich mit dem thema beschaeftigte, desto klarer wurde mir, dass dich die moderne, technisch entwickelte indische gesellschaft mich reizt, sondern ich lieber das wahre indien sehen moechte. schon gandhi hat damals gesagt, wer indien kennen moechte, muss in die doerfer gehen…

aus diesem grund schraenkte ich die suche nicht mehr auf spezielle gebiete ein, alles war moeglich.

auf der suche nach der passenden stelle stiess ich jedoch oft auf marketing-stellen, in denen man die aufgabe hatte, einen potenziellen markt fuer die indischen produkte dieser company ausfindig zu machen (viel research), kontakte in den markt aufzubauen oder kontakte zu pflegen. die inder sind sehr geschickt und setzten die praktikanten jeweils auf ihr heimatland an, ueberbruecken somit die sprachliche barriere und schoepfen das know-how des praktikanten optimal aus. fuer mich kam es allerdings nicht im geringsten in fragen, 7000 kilometer nach indien zu reisen, um 8 stunden am tag das deutsche internet zu durchforsten, deutsche telefonate zu fuehren oder sonstige deutsche korrespondenz zu erledigen. viele stellen blieben jedoch nicht uebrig… was nun…

ich schaute mich nur interessehalber bei den development traineeships um, also entwicklungshilfe basierende praktikantenstellen und fand sehr schnell eine interessante stelle in jaipur, die NGO (nicht-regierungsorganisation) namens Gram Bharati Samiti (mehr informationen hier) suchte jemanden mit betriebswirtschlaftlichem hintergrund, marketing und human resources kenntnissen, um eine internationale perspektive zu bekommen und um die abteilung rund um ein “entrepreneurship development programm” zu verstaerken. ich konnte mir nicht allzuviel darunter vorstellen, GBS (Gram Bharati Samiti) hatte keine Internetseite, auf der ich mich informieren konnte. ich fragte bei dem entsprechenden aiesec-betreuer nach und es kamen schon konkretere taetigkeiten zum vorschein.

1. studie und auswertung bestehender projekte

2. human resources development

3. organisationsinterner kultureller austausch

4. konkretes project bezueglich “frauen”

der letzte punkt hat mich etwas irritiert, doch als ich dann erkannte, dass ein wesentlicher pfeiler dieser organisatin die staerkung der rolle der frau, erlangung finanzieller unabhaengigkeit von der familie und deren stellung im dorf war, wusste ich wenigstens etwas damit anzufangen.

 






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