3 monate in indien
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nach einer unruhigen und ungemuetlichen nacht in unserem "schaebigen" hotel sind wir gestern mit dem bus nach udaipur gefahren... wir waren sehr skeptisch was "eines der schoensten staedte indiens" angeht doch das tolle und billige hotel und dann die schoene city-tour heute haben es uns bewiesen: udaipur ist wunderschoen...
am busbahnhof, an dem man bei der ankunft eigentlich von rickshaw-fahrern umzingelt wird, kam diesmal ein junger mann uns entgegen, der uns sein hotel anpreisen wollte. es war im lonely planet unter mid-range angegeben, was eigentlich schon viel zu teuer fuer heiko und mich ist. als er dann aber fuer das doppelzimmer uns ein angebot von 200 rupees gemacht hat und wir dies sogar noch auf 150 druecken konnten war die sache klar... das hotel ist wirklich erste sahne, sehr sauber, sehr weiss, einfach fantastisch... sogar so gut, dass wir uns entschieden haben, noch ein tag laenger zu bleiben.
somit konnten wir also alles ruhig angehen und haben gestern erst noch etwas geschlafen, waren zum abendessen, haben noch etwas champions league geschaut und dann bis spaet in die nacht geplaudert.
das hotel zeigt JEDEN abend um 19 uhr den james bond klassiker "oktopussy", was wir heute abend nicht verpassen werden... warum die das machen? udaipur und weitere rajasthani staedte kamen damals im film vor und nach der heutigen citytour erhoffen wir uns einiges wiederzuerkennen.
der palast des maharajas war der bisher beeindruckenste von allen und wir traeumten waehrend wir durch die raeumlichkeiten schlenderten von einem eigenen palast
morgen werden wir sicher noch etwas spazieren gehen und uns einen tempel und ein weiteres schloss ansehen. danach werden wir nach ahmadabad fahren, wo kusum's und d.k.'s bruder schon auf uns wartet
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au weia...
der letzte eintrag ist ja nun wirklich ewig her... was ist bloss passiert???
neben dem praktikum hat das leben mit den anderen praktikanten etwas ueberhand genommen und wir haben jeden tag etwas unternommen und jedes wochenende haben wir weite ausfluege gemacht... dies soll aber keine ausrede sein, ich war vielleicht einfach nur viel beschaeftigt
nun hat aber eine neue zeitrechnung begonnen:
heiko ist seit 1 1/2 wochen da und unsere kleine indien-reise wurde bereits aufgenommen
letzte woche war das erste ziel agra mit dem sagenumwobenen taj mahal...
lasst uns bitte kurz tief einatmen...
dieses mausoleum ist wirklich gigantisch, einzigartig, atemberaubend und weiter auch nicht in worte fassbar...
leider habe ich kaum mehr moeglichkeiten, hier bilder einzufuegen, vielleicht spaeter...
nach einer billigen nacht mit heiko (nicht er, das zimmer ) (70 cent und etwas sehr feuchten waenden) schauten wir uns das fort an und machten uns danach auf den weg nach delhi...
heiko's und meine erfahrung mit dieser stadt sind alles andere als gut, weshalb wir bei der "einfahrt" ein mulmiges gefuehl hatten. doch loesten wir alle probleme (manchmal mit muehe und not) und hatten 2 wunderschoene und interessante tage. am meisten hat uns das indhira gandhi museum beeindruckt. toll war noch der lotus tempel: bahai mandir, welches fuer alle weltreligionen offen ist.
am sonntag sind wir wieder nach jaipur um bis dienstag die restlichen sachen aufzusammeln und um mich von meiner NGO und den mitarbeitern zu verabschieden...
der abschied war sehr emotional und herzlich und unvergesslich...
nun sind wir aber mitten in unserem zweiten, den laengeren trip... im moment sitzten wir in chittorgarh in einem internetcafe... wir sind heute morgen angekommen und haben ein guenstiges und schaebiges hotel gefunden
nach dem erfolglosen versuch (bauarbeiten) den nicht exitstenten schlaf aus der nacht-busfahrt nachzuholen sind wir durch die stadt geschlaendert und haben danach einen laaaaangen spaziergang durch das gigantische fort gemacht, das bisher groesste und hoechste und mit der tollsten aussicht...
morgen frueh geht es nach udaipur, dem lonely planet zu folge die schoenste stadt indiens (was aber bei vielen staedten geschrieben steht )
entweder dort oder in ahmadabad kommen wir sicherlich zur naechsten eintrag-moeglichkeit...
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eigentlich wollten wir uns heute eine teppich-unit anschauen, doch stattdessen trafen wir uns mit einer SHG hier in amber. dies war eine “wohlhabende” SHG, d.h. dass die frauen keinerlei probleme haben, das monatliche geld zusammenzubekommen… ausserdem gibt es keinen wirklichen grund fuer kredite und wenn ein mitglied wirklich etwas geld braucht, wird es einfach unverzinst vom gesammelten kontoguthaben zur verfuegung gestellt.
abends gab es dann ein leckeres abendessen bei sarita, die mit abstand das leckerste essen hier macht… ich genoss den abend bei der familie “jogi”, einer der suessesten familien, die ich je gesehen habe
"I believe that God does not endorse TV evangelists"
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heute war gott krishnas geburtstag, weshalb landesweit feiertag war. zu den goettern moechte ich nicht viel sagen, eigentlich nur, dass es angeblich 10 millionen gibt und nun weiss ich vielleicht auch warum… man kann naemlich zum gott werden, einfach wenn man sich dementsprechend verhaelt…
wir trainees verabredeten uns fuer das raj mahal hotel, in welchem ein swimming-pool ist… der tag war sonnig und entspannend und wir entschieden uns, an diesem abend bei thomas (deutschland), paul (frankreich) und Michael (kanada) eine party zu machen. noch davor aber waren wir in einem coffeeshop, wo es alles was kaffee angeht gibt, d.h. eis, heisse kaffee-getraenke, kalte kaffee-getraenke usw… war sehr lecker und die runde war gut drauf… danach waren wir zu dritt noch abendessen, wobei es meinem magen schon viel besser ging…
abends bei den drei jungs waren wir dann wohl 20 leute und es war wirklich sehr lustig und vor allem so international… es waren bestimmt 12-13 nationen vertreten und wir alle hatten doch noch etwas gemeinsam: das leben in jaipur, indien…
es war unmoeglich, noch nach hause zu kommen, also durfte ich bei ihnen schlafen… als ich morgens den ersten bus nahm, ist es mir endlich gelungen, diese kamele zu fotografieren, die doch so beruehmt fuer den wuestenstaat rajasthan und dessen hauptstadt jaipur sind… ueberall in der stadt sind sie anzutreffen und sie sind vollwertige mitglieder im strassenverkehr…
"I believe that wedded bliss negates the need to be undressed"
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gestern abend trafen wir uns (paivi und tero aus finnland, elke aus deutschland, valerie aus frankreich, anil aus den staaten und ich) am hauptbahnhof. wir wollten nach jodhpur, die blaue stadt. wir hatten 6 schlafplaetze reserviert, um morgens relativ frisch dort anzukommen. der bahnhof und die menschenmasse die auf dem boden sass oder lag erinnerte mich an meine ersten indischen eindruecke aus delhi, die ja eigentlich nicht so einladend waren. etwas unwohl, auch wegen der neuen situation (erste reise), stiegen wir dann in den zug und machten auch netterweise gleich bekanntschaft mit der grossfamilie, die es sich auf unseren plaetzen gemuetlich gemacht hat. was ich in der naechsten stunden gelernt habe war: geduld… geduld ist sehr wichtig, man darf die leute nicht zwingen, von den plaetzen aufzustehen, man sollte es ihnen so hoeflich wie moeglich sagen und dann einfach lange warten, denn sie stehen auf, halt nur “etwas” zeitverzoegert… nach einer stunden lagen wir nun endlich auf den liegen, etwas unheimlich war es aber schon, denn es war dunkel, der zug war voller menschen, dennoch war es still man hoerte nur die tausenden von ventilatorten, die ueberall von den decken hingen, die liegen waren schmutzig, es gab zwar fenster, doch keine fensterscheiben und wer pech hat, liegt in der naehe der toiletten, die bis zum himmel stinken…
ein erholsamer schlaf war es nicht, relativ fertig kamen wir dann auch in jodhpur an. die stadt sah auf den ersten blick jaipur sehr aehnlich… das erste was wir taten war ein morgenchay mit keksen… wir alle waren noch relativ fertig und darum auch nicht sehr gespraechig. das naechste ziel sollte mawanghar sein, ein fort aus dem 15. jahrhundert, welches niemals auf kriegerische art und weise eingenommen werden konnte… das fort sah sehr beeindruckend aus, es war auf einem grossen huegel und man konnte es kilometerweit sehen. es war sehr gut erhalten und gepflegt und ich fragte mich schon, woher sie das geld haetten… am eingang wurde mir es dann klar… waehrend inder weniger als 50 rupees fuer den eintritt zahlten, mussten auslaender 250 rupees fuer dein eintritt zahlen… das ist fuer hiesige verhaeltnisse echt ein vermoegen…
nach dem fort und einem leckeren und guenstigen lunch waren wir in einem krematorium der maharajas, wo wir es uns im garten gemuetlich gemacht und etwas geschlafen haben. am eingang zum krematorium war dieser sarangi spieler (ein typisches rajasthani musikinstrument) mit seinen zwei kindern, die wann immer leute ein- und austraten anfingen zu tanzen. diese kinder waren bestimmt erst 3 und 6 jahre und sie warteten den ganzen tag auf touristen, um sie anlaechelnd zu “betanzen”. sie taten mir irgendwie leid, doch kenne ich nicht ihre genauen verhaeltnisse… sind sie so arm, dass sie darauf angewiesen sind? machen sie es nur an wochenende oder jeden tag und gehen somit nicht zur schule? ich haette es gerne gewusst, doch ich habe mich nicht getraut zu fragen.
spaeter sind wir zum neuen palast gefahren, welches heute teils residenz des aktuellen maharajas und teils hotel ist. waehrend man fuer eine cola sonst nicht mehr als 15 rupees zahlt, haben wir dort doch tatsaechlich fuer ein kleines glas cola 85 rupeees bezahlt… doch der dazugehoerige garten war wunderschoen, das bad war erstklassig UND SAUBER und beides genossen wir ausgiebig
abends am bahnhof hatte ich eines der leckersten abendessen hier in indien. es war reis mit paneer butter masala, was eine sosse mit kaesestueckchen und vielen gewuerzen ist. und es war unheimlich guenstig… guenstig ist es ja oft, aber diesmal war es wie gesagt unheimlich, weil auf der fahrt nach hause im schlafwagon ich ploetzlich magenkraempfe bekam, zum ersten mal hier in indien… also war die fahrt ueber nichts mit schlafen und ziemlich fertig und immernoch mit schmerzen kam ich montag morgens um 6 uhr an… leider musste ich noch am bahnhof eine stunde auf den bus warten, aber zum glueck durfte ich im tourist-office sitzen… und hier habe ich das zweite lied fuer meinen indientrip-soundtrack gefunden: the animal song von savage garden…
an diesem montag wars das dann auch mit dem arbeiten, ich durfte naemlich ziemlich lange schlafen und da sarita und kusum sehr sehr krank waren, war einfach auch nichts zu tun…
abends nahmen wir (mehmet, astrid und ich) uns vor, ein wenig gemuetlich zusammenzusitzen und weil wir uns alle nicht so gut auskannten legten wir mcdonalds als treffpunkt fest… weil astrid zu spaet kam und mehmet und ich sehr hungrig waren, musste ich schweren herzens meinen indien-anti-mcdonalds-schwur brechen, den ich am frankfurter flughaben festlegte, als ich dort biem mcdoof sass und sagte, dass was immer auch geschieht, ich niemals in indien einen schritt in diesen laden setzen werde… “vergleichsweise” war mein einziges, aber auch schwaches argument…
es war aber dennoch relativ guenstig, denn hier gibt es das menue fuer ca. 2 euro…
es sprach sich herum, dass wir uns dort trafen und spaet am abend waren wir dann auch schon zu acht… es war eine nette runde und endlich hatte ich mal mehrere ruhige minuten mit mehmet… lustiger weise ruft meine mutter immer genau dann an, wenn mehmet und ich zusammen sitzen und es ist zum ritual geworden, dass er dann den hoerer abnimmt und etwas mit ihr plaudert…
die rickshaw-fahrt zurueck kostete 80 rupees, an denen ich mich die naechsten wochen messen moechte… werde ich es schaffen, jemals den fahrer vielleicht auch noch weiter auf 50 oder 60 rupees runterzuhandeln?
"I believe forgiveness is the key to your unhappiness"
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heute war eigentlich sharingday, doch wir hatten nicht viel zeit, denn schon bald kam ravindra (mein aiesec-buddy) und wir fuhren ins aiesec buero. dort haben zwei maedchen aus der schweiz eine laenderpraesentation gemacht und zum schluss gab es noch toblerone. als die aiesecer fragen stellen konnten, war direkt die erste frage: “habt ihr einen freund?” ich fand die frage nicht so schlimm, aber die beiden maedchen waren etwas genervt. als ich nach dem grund fragte erklaerten sie mir, dass sie andauernd und staendig danach gefragt werden und dass sie es nicht mehr hoeren koennten…
danach sind wir in den park, wo jedes vorstandsmitglied wieder stundenlang von seinen erfolgserlebnissen erzaehlte. lustiger war es, als sie die 4 anwesenden praktikanten nach vorne baten (die zwei schweizerinnen, osmar aus mexiko und ich), um von den ersten eindruecken zu berichten. es vielen natuerlich wie so oft die begriffe schmutz, menschenmassen, armut usw…
auf dem weg nach hause mit zwei frischen aisecern habe ich das erste mal mich mit einem inder unterhalten, der etwas vom europaeischen fussball bescheid wusste und ich hatten grossen respekt davor… ich genoss die paar fussballminuten, waren es doch die ersten seit so langer zeit…
"I believe the struggle for financial freedom is unfair"
"I believe the only ones who disagree are millionaires"
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da die praktikanten hier immer auf der suche nach party und celebration sind, die stadt was das angeht aber leider nicht viel bietet, wird jede moeglichkeit genutzt zu feiern. heute wurde z.b. der erste freitag des monats gefeiert… was an diesem freitag besonderes sein soll? natuerlich nichts…
eingeladen haben szolt aus ungar und ryon aus japan, die gemeinsam wohnen. sanver und ich sind relativ spaet losgefahren und dann haben wir doch auch noch tatsaechlich eine stunde in der stadt rumgesucht, bis wir endlich die wohnung gefunden haben. wir hatten zwar einen strassennamen, doch diese werden hier grundsaetzlich nicht genutzt. man orientiert sich eben an objekten in der stadt. also waren wir sehr spaet da, es war nicht mehr viel los und bald machten sich die ca. 12 leute auch schon auf den weg. etwas enttaeuscht von dem abend fuhren wir wieder richtung nach hause. auf dem weg rief elke an, die mit ihrer mitbewohnerin zu fuss nach hause wolllte. sie fuehlten sich unwohl und einige inder sollen sie auch schon angemacht haben. ich bat sanver umzudrehen, doch elke sagte, dass es schon ok waere und sich ja bald zu hause waeren. also drehten wir ab… leider hat sich spaeter herausgestellt, das zwei inder handgreiflich wurden und sie angefasst haben. zum glueck konnten sie sich mit pfefferspray wehren…das ist keine schoene geschichte, doch hoffen wir, dass einige leute von nun an vorsichtiger sind und nicht alleine nachts auf der strasse laufen.
auf dem weg nach hause fielen mir 2 “weisse” auf und sanver und ich hielten an. es waren gabor aus ungarn und astrid aus mexiko, sie waren auf dem weg zu valerie aus frankreich und wollten dann noch zur party. auch als ich ihnen sagte, dass niemand mehr da waere, waren sie nicht davon abzubringen. und sie schafften es tatsaechlich mich zu ueberzeugen, nochmal mitzukommen. also schickte ich sanver nach hause und wir fuhren erst zu valerie und dann (fuer mich das erste mal) zu viert auf dem scooter von gabor zu szolt und ryon. diesmal war alles etwas lebendiger uns lustiger, was keine entschulding dafuer sein soll, dass einige von uns durchgemacht haben bis 9 uhr morgens. danach sind wir alle zur arbeit…
"I believe that family is worth more than money or gold"
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jetzt sind wir also schon im september, die letzten paar tage gingen wirklich sehr schnell vorbei. und mein praktium dauert auch “nur noch” etwas mehr als fuenf wochen. aber ich freue mich schon sehr auf die darauffolgende rundreise und heute habe ich eine sehr gute nachricht bekommen:
HEIKO HAT SEIN TICKET GEBUCHT!
wir haben spaet nachts noch telefoniert und mussten vieles besprechen. er ist z.b. auch der meinung, dass die tollwutimpfung sehr teuer ist und dass man sie sich vielleicht sparen koennte, jedoch bekommt er druck von seiner naeheren umgebung. da ich keine impfung habe haette er wohl ein schlechtes gewissen, wenn mir etwas zustoesst und ihm wegen der impfung nicht… als ich ihm jedoch von der aktuellen story erzaehlt habe, dass letztens in der kueche eine ratte an meinem linken zeh geknabbert hat und ich ihm wirklich geraten habe, sich zu impfen, war er denke ich dann doch noch ueberzeugt…
ist es ein nachteil, mit Aeroflot ueber moskau hierher zu fliegen? ich weiss es nicht und man wird sehen…
heute war im office kaum etwas los… darum beschlossen wir, fuer mich bei der bank schecks einzuloesen. bei der ankunft in indien hatte ich einige dollar gewechselt, danach nichts mehr und wenn ich etwas besorgt habe, ging es manchmal mit der kreditkarte. das bedeutet fuer mich, dass ich insgesamt exclusive der kreditkarte insgesamt fast 25 dollar ausgegeben habe (inclusive prepaid-karte) und das in nun 2 ½ wochen… finde ich nicht schlecht, liegt aber auch daran, dass hier im buero alles bereitgestellt wird und ich praktisch nichts kaufen muss…
in der bank sass ein inder, der nachdem er meinen pass gesehen hatte irgendetwas deutschaehnliches sagte, doch es hoerte sich unmenschlich an… es stelle sich heraus, dass er zwei jahre in der schweiz gelebt hatte und einen inder gebrochen schweizer deutsch sprechen zu hoeren wuensche ich niemandem zum abschied sagte er noch freundlich: Ade tschuess! einen moment war ich geschockt, hat die HADI TSCHUESS welle schon indien erreicht? aber nein, es war halt doch nur das schweizer “ade”…
Abends gab es noch das woechentliche trainee-dinner, was mir diesmal besonders gefallen hat. es waren fast alle da und es hat sehr viel spass gemacht, sich mit den leuten zu unterhalten. ausserdem habe ich endlich mal eine ruhige minuten gehabt, mich mit mehmet aus gaziantep (tuerkei) zu unterhalten. der hat doch tatsaechlich seine firma dazu ueberreden koennen, in der tuerkei eine messe zu besuchen und er darf nun mit und dass sogar in seiner heimatstadt… echt beeindruckendes beispiel fuer ein praktikum und den dazugehoerigen moeglichkeiten eines praktikanten…
"I believe your most attractive features are your heart and soul"
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anstelle einer frauen-selbsthilfegruppe haben wir heute eine bank besucht, es war der gleiche weg wir mein erste ausflug ueberhaupt vor 2 wochen und neben der leichten nostalgie war doch aber zu spueren, dass sich etwas veraendert hat. nicht nur die sicherheit auf dem motorrad, auch der blickwinkel was die bilder rechts und links waehrend der fahrt angeht. vieles ist nicht mehr aussergewoehnlich, man weiss jetzt einfach, dass es den leuten sehr sehr schlecht geht und anstatt “staunen” ist man schon etwas traurig und man wuerde so gerne etwas dagegen tun, direkt und auf kuerzestem wege… leider ist dies in diesem fall nicht moeglich, so nutzten wir den tag mit einem informativem gespraech mit dem bankdirektor. dieser ist von den SHG’s und von GBS sehr begeistert, findet die idee klasse und unterstuetzt das alles. was er aber “eigentlich” klasse findet ist, dass durch GBS alle zahlungen der SHG’s puenktlich eingehen, aber schoen verpackt hat er es trotzdem…
wir sind mal wieder an meinem lieblingsbaum vorbei gefahren… warum lieblingsbaum? weiss ich auch nicht, aber es ist der einzige der mir aufgefallen ist und den ich immer wieder erkennen wuerde…
am abend waren mushtaq und ich bei sanver und sarita zum dinner eingeladen. bisher hatte alles wirklich gut geschmeckt, aber diesmal war saritas essen einfach goettlich… ihr dhal (linsengericht) war fantastisch, einfach traumhaft. sarita war sehr stolz, vielleicht auch weil sie und kusum mir immer abwechselnd essen machen und beide sich immer wieder uebertrumpfen wollen
danach gab es wieder die x-te diskussion mit mushtaq und sanver, die weiterhin unbedingt nach Deutschland kommen wollen. ich musste ihnen versprechen, so weit ich kann zu helfen… ich bin mal gespannt, wie weit sie mit dieser idee kommen. was ich davon halte habe ich ja letzte woche glaube ich schon beschrieben…
zurueck fuhren keine busse mehr. manchmal gibt es umstaende, die sind gefaehrlicher als zu dritt auf dem motorrad zu sitzen. darum sei es uns verziehen, aber spass gemacht hat es trotzdem. bestimmt auch, weil meine beiden mitfahren im duett hindische songs gesungen haben…
"I believe that trust is more important than monogamy"
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heute war in indien ein ganz besonderer tag, ein feiertag namens raksha bandhan. die meisten geschaefte und bueros sind geschlossen, besuchen sich die familien doch gegenseitig, teilweise sogar landesweit… es ist ein feiertag fuer geschwister (inclusive cousinbeziehungen), bei dem der bruder von der schwester geschenke wie suessigkeiten und obst bekommt, wichtiger jedoch erhaelt er ein armband von der schwester, welches rakhi genannt wird. im gegenzug gibt der bruder seiner schwester etwas geld, je nachdem wieviel er fuer angemessen haelt…
ich war ziemlich aufgeregt, konnte ich diesen feiertag doch hautnah bei d.k.’s und kusum’s familie miterleben… und es blieb auch nicht dabei… d.k.’s frau sarita bat darum, mich zu ihr auf den boden zu setzen. sie gab mir ein suesses gebaeck in den mund und ueberreichtem mir zwei kokosnuesse und zwei granataepfel. dann nahm sie meinen arm, band einen traditionellen rhaki herum und noch so etwas wie ein freundschaftsband. danach wurde mir ein roter punkt auf die stirn gemacht und reiskoernen kamen auch noch darauf ich war total ueberwaeltigt und schmeichelt und stolz war ich auch, denn ich war nicht unvorbereitet und zog einen hunderter aus der tasche und ueberreichte in ihr… die ganze familie stand um uns herum und auch sie waren stolz, aber wohl eher auf sarita als auf mich… der tag dort war echt schoen, habe die momente mit der familie genossen, besonders die tochter ist so suess… die cousins von d.k. sind total gut darauf, auch wenn sich jedes normale gespraech wie ein grosser streit anhoert… sie koennen es nicht lassen und sprechen mich immer mit “my best friend” an…
danach hatte ich doch tatsaechlich meine erste eigene busfahrt (da sieht man mal wieder, wie extram man sich hier um mich kuemmert). sogleich habe ich fast eine schlaegerei im bus mitbekommen, die aber durch die anderen fahrgaeste noch im letzten moment verhindert worden ist. ich stand ganz hinten und von “ganz hinten” hatte ich schon mal etwas gelesen… ging es darum, diese plaetze zu meiden? nach dem ersten schlagloch wusste ich es wieder: JA, unbedingt meiden!
in office hat sanver schon auf mich gewartet und nam mich mit zu ihm und sarita (unsere field workerin). sie luden mich zu tee ein und “India, expect the unexpected” hatte sarita auch schon ein rakhiband fuer mich vorbereitet! ich war total baff, hatte ich jetzt nicht nur eine suesse schwester in berlin, jetzt kamen auch noch insgesamt zwei entzueckende in indien hinzu… unglaublich dieses gefuehl, teil dieses feiertags zu sein, ich habe es jetzt sogar noch kaum verarbeitet! voller stolz hatte ich zwei baender am arm…
konnte dieser tag noch interessanter werden? er konnte!
mushtaq hatte naemlich zu sich nach hause zum abendessen eingeladen. sanver und ich sind mit dem “bike” hin, es war jedoch relativ weit, ausserhalb des stadtkerns von jaipur. mushtaq ist moslem, was spaetestens an dem bezirk zu erkennen ist. es waren total viele minaretten dort, haette ich in indien so nicht erwartet. mushtaq war noch in der stadt etwas besorgen, so warteten wir bei dem shop von einem der 7 brueder… diesmal schauten alle nicht nur, weil ich fremd war, sondern auch weil ich einen roten punkt auf der stirn hatte und die baender um den arm… habe erst nicht geschnallt, dass dies den moslems vielleicht nicht gefaellt, aber dann fiel es mir auf und ich wusch ihn mir aus dem gesicht. endlich kam mushtaq und wir liefen zu ihrem haus… er besass ein zimmer, in das nur ein bett passte und hier schliefen er, seine frau und seine zwei total lieben kinder. die kueche war die herdplatte im wohnzimmer, wobei das einzige moebelstueck im wohnzimmer ein kuehlschrank war, sonst nichts. wir setzten uns zu sechst aufs bett und unterhielten uns, unter anderem wurde ich gefragt, warum ich denn nicht in die moschee gehen wuerde und wieso ich nur so halbherzig moslem bin aber damit habe ich gerechnet und es war mir auch nicht unangenehm, habe es plausibel begruendet und sie hakten auch nicht mehr nach. das essen war sehr lecker, zumal zum ersten mal nach praktikumsbeginn mir non-vegetarian angeboten worden ist… ich war vorsichtig und probierte nur ein kleines stueck davon, aber es war schon ziemlich gut… hindi’s essen kein fleisch, absolut nicht, es gibt aber natuerlich ausnahmen, die eine sass neben mir und hiess sanver. er genoss das essen, bekam er ja so selten etwas fleisch serviert
hatte ich nicht vorher schon vom blick auf zu den sternen nachts waehrend der fahrt erzaehlt? es war wieder so weit und dieses intensive gefuehl genoss ich mehr als zuvor… doch sind diese momente leider immer so schnell vorrueber…
dies war eines der tollsten tage bisher… danke an alle, die es mir ermoeglicht haben…
"I believe you can’t control or choose your sexuality"
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